Ein besonderer Abend: Die Revue „Verschwundene Sterne“ wurde vom Publikum, das trotz klirrender Kälte und Glatteis gekommen war, mit spürbarer Aufmerksamkeit, guter Stimmung und langem Applaus aufgenommen.

Das Casanova Society Orchestra präsentierte sich unter der Leitung von Andreas Holzmann spielfreudig und mit sichtbar großem Vergnügen an dieser besonderen Mischung aus Unterhaltung und Erinnerung. Die musikalische Reise durch die Goldenen Zwanziger balancierte souverän zwischen Nonsens-Schlagern und historischer Tiefe. Lieder wie „Mein kleiner grüner Kaktus“, „Veronika, der Lenz ist da“ oder der „Sportpalastwalzer“ sorgten für Leichtigkeit und Schmunzeln, begleitet von pointierten, witzigen Texten und Moderationen.

Dem gegenüber standen Momente großer Konzentration und Stille, wenn die Biografien der Komponisten und Textdichter erzählt wurden. Besonders eindrücklich: das Buchenwaldlied von Fritz Löhner-Beda, sensibel und zurückgenommen als Solo von Andreas Holzmann vorgetragen. Stille und Nachklang statt Applaus, ein Moment, der unter die Haut ging. Für Sarah Renner, die erst seid wenigen Tagen Teil des Programms ist und für gesangliche Highlights sorgte, gab es für die Premiere Blumen aus dem Publikum.

Das Konzept der Revue von Andreas Holzmann und Autor Tom van Hasselt ging – getragen vom Casanova Society Orchestra – voll auf. Kunst- und Musikgenuss verbanden sich zu einer intensiven Form der Erinnerung.

Damit bestätigte sich auch die Entscheidung des MKC, diese Veranstaltung anlässlich des Holocaust-Gedenktages ins Programm zu nehmen.