Ein Abend, der nachhallt: Am 25. März im MKC der Dokumentarfilm „Girls & Gods“ gezeigt – und mit ihm eine ebenso drängende wie vielschichtige Frage verhandelt: Können Feminismus und Religion koexistieren?

Im Zentrum des Films steht Inna Shevchenko, die einst als Gesicht der radikalen FEMEN-Proteste bekannt wurde und hier einen anderen Weg einschlägt. Statt Konfrontation sucht sie das Gespräch – mit Priesterinnen, Imaminnen, Rabbinerinnen und Theologinnen. Gemeinsam loten sie die Spannungsfelder zwischen religiösen Traditionen und Frauenrechten aus und fragen, ob Gleichberechtigung auch in den spirituellen Räumen der Welt ihren Platz finden kann.

Im Anschluss wurde der Film zum Ausgangspunkt eines lebendigen Austauschs: Unter der Moderation von Annegret Kaufmann diskutierten Pfarrerin Christiane Richter und Seyran Ateş mit dem Publikum. Ateş, Mitbegründerin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, brachte dabei ihre Perspektive auf einen zeitgemäßen, geschlechtergerechten Islam ein – geprägt von jahrelangem Engagement gegen Zwangsheirat, Gewalt im Namen der Ehre und strukturelle Ungleichheit.

Initiiert wurde der Abend von Kathrin Bohm-Berg, die den Film im Herbst 2025 auf der Leipziger Filmkunstmesse entdeckt hatte. Ihr Impuls – „Den müssen wir in Templin zeigen“ – führte in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche zu dieser Veranstaltung, die weit über eine Filmvorführung hinausging.

Was blieb, war mehr als Erkenntnis: ein Raum für Zuhören, für Widerspruch und für Annäherung. Und am Ende – ganz im Sinne des Films – auch für Lachen, Umarmungen und die stille Gewissheit, gestärkt aus diesem Austausch hervorzugehen.