Regisseurin Laura Laabs präsentierte im MKC ihr vielfach ausgezeichnetes Langfilmdebüt – ein kraftvolles Mosaik ostdeutscher Geschichten, das intensive Reaktionen auslöste.

„Rote Sterne überm Feld“ hat im Templiner MKC einen Abend voller Fragen, Reibungen und Erinnerungsfunken ausgelöst.

Regisseurin Laura Laabs stellte am 14. November ihr vielschichtiges Langfilmdebüt persönlich vor – ein Werk, das über ein Jahrzehnt entstand und als poetisch-ruppiges Mosaik ostdeutscher Lebensgeschichten daherkommt. Ausgangspunkt ist ein rätselhaftes Skelett im Moor, von dem aus sich vier Akte durch Zeiten und Formate winden. Im Zentrum steht Tine, die nach einer politischen Aktion aus Berlin zurück in ihr Heimatdorf Alt Meteln flieht und dort auf alte Wunden, vernarbte Biografien und hartnäckige Zuschreibungen trifft. Laabs spielt mit Klischees, widerspricht ihnen und lässt die Figuren durch historische Schichten stolpern – mal spröde, mal betörend, immer suchend. Der Film, bereits mehrfach ausgezeichnet und von Kathrin Bohm-Berg im Rahmen der Kinofrauen für Templin ausgewählt, löste auch hier intensive Reaktionen aus: Verwirrung, Zustimmung, Widerspruch – und Redebedarf.

Genau darin sieht Laura Laabs, wie sie im Gespräch mit Kathrin Bohm-Berg betonte, die Kraft ihres Ansatzes: Ostdeutsche Geschichten sollen sich selbst erzählen dürfen, ohne Glättung, ohne Bedienungsanleitung. Ob in der Festivalszene, im MKC oder in der Scheune von Groß Meteln – ihr Film fordert heraus. Und eröffnet Räume, in denen Erinnerung, Gegenwart und Zukunft ineinander übergehen.

Es sei ihm ein großes Publikum gewünscht!